Die Nassrasur mit dem Rasiermesser

Ein Rasiermesser ist eine Investition fürs Leben, das sollten Sie wissen.

Was Sie über Rasiermesser wissen müssen

Die klassische Nassrasur und damit auch das Rasiermesser werden wieder gefragter. Die Mode geht wieder weg vom hektischen und lieblosen:“schnell, schnell“. Bevor auch Sie zur zeitlosen ruhigen Rasur zurückkehren, oder ein Messer gar in falsche Hände verschenken lesen Sie zuerst die Basics. Denn es gibt nicht umsonst eine Vielzahl von Klingen, Schliffen und Techniken. Doch mit etwas Geduld werden auch Sie schnell von der Wissenschaft hinter der Rasur ergriffen. Denn von den meisterhaften Barber bis zum wahrhaftig „blutigen“ Anfänger gibt es für jeden das richtige Messer.

Zuerst: Die Geschichte des Rasiermessers.

Der Mann hat schon zu prä-historischen Zeiten angefangen sich mit scharfen Muscheln Haare zu schneiden. Mit den Ägyptern gab es dann die ersten Barbiere. Diese haben noch mit Rasiermessern aus Kupfer und Bronze die Haare der oberen Schichten geschoren. In Europa gab es zuerst Doppel-schneidige Rasiermesser, bevor dann über Skandinavien die einseitige Klinge, wie Sie heute bekannt ist, in Mode kam. Das interessante: die Doppelschneidigen Rasiermesser erinnern Stark an die heutigen Rasierhobel-Klingen. Vor der Erfindung und Anwendung der Rasierseifen war das Rasieren eine eher schmerzliche Erfahrung. Daher wurde diese vor allem im Mittelalter hauptsächlich in Badestuben durchgeführt, wo das Barthaar vor der Rasur durch das heiße Dämpfe und dem Wasser aufgeweicht wurde. Der Bader wurde zum Barber.

Seit dem 19ten Jahrundert gibt Rasierseifen, welche das Barthaar aufweichen und so eine schmerzfreie Rasur ermöglichen. 1840 kam die erste kommerziell produzierte Rasierseife auf dem Markt. In der „Goldenen Ära“ entstanden auch die Rasiermesser wie wir Sie heute kennen. Mit ausklappbaren Klingen aus nicht rostfreien Kohlenstoffstahl. Später kamen auch Rasiercremes hinzu. 1908 kam Proraso auf dem italienischen Markt.

Im 19ten Jahrundert ging dann das Rasiermesser auch in Serienproduktion. Es wurden Traditionsunternehmen gegründet. Besonders bekannt wurden Marken wie Dovo, Erbe, Wacker und Böker. Diese produzieren bis heute noch hochwertige Rasiermesser welche den stolzen Stempel „Made in Solingen“ tragen.

 

Mehr zu der Geschichte des Rasiermessers finden Sie auf WIKIPEDIA

Aufbau des Rasiermessers

Rasiermesser bestehen aus zwei grundlegenden Bauteilen. Einmal der Griffschale, in welcher das Messer zum Transport eingeklappt wird und der eigentlichen Klinge. Der Griff besteht aus Kunststoff, Horn, Perlmut oder Holz. Die Klinge, in der Regel aus Kohlenstoffstahl, da dieser besonder Scharf bleibt besteht wiederum aus verschiedenen Sektionen. Die „Angel“ ist der kleine Haken, welcher zum Ausklappen und fixieren der Klinge hergenommen wird. Dieser ermöglicht es Ihnen die Klinge später still zu halten. Der Klingenschaft wird als „Erl“ bezeichnet. Gegenüber der scharfen Seite ist der Rücken Ihrer Klinge. Das Ende der Klinge, auch Kopf genannt, kann verschiedene Ausführungen haben. Hier gibt es den Gradkopf, Rundkopf, Französischer Kopf und den Spanischer Kopf.

Rasiermesser besitzen meistens einen Hohlschliff, das heißt die Klinge hat einen leichten Bogen. Dadurch wird die scharfe Seite, auch Schneide genannt, flexibler. Je höher diese Schliff ist umso hochwertiger ist das Messer.

Die Klingenbreite wird in Achtel-Zoll angegeben. Als Anfänger solltest du nach einer Klingenbreite von 5/8 Zoll ausschau halten. Z.B. das Dovo Rasiermesser „Forestal“.

Neben den klassischen Rasiermesser gibt es auch diese mit Wechselklingen. Auch „Shavetten“ genannt. Der Vorteil dieser Messer ist es, dass diese weniger Pflege brauchen, da die Klingen nach mehrmaligen Gebrauch gewechselt werden. Dies vereinfacht Ihnen die Handhabung und Sie müssen das Messer nicht Ölen oder Ledern.

Gebrauch und Pflege Ihres Rasiermessers

Barbershop Hamburg Kunde wird Rasiert

Vorbereitung der Rasur:

Für eine bestmögliche Rasur sollte Ihr Rasiermesser so scharf wie möglich sein. Daher müssen Sie das Rasiermesser vor der Rasur „abledern“. Hierzu nehmen Sie einen guten, hochwertigen Streichriemen und legen das Rasiermesser flach darauf auf. Mit ein wenig Druck in Richtung Klingenrücken streichen Sie die Klinge nun über das Leder. Hierdurch wird der „Grad“ des Messers wieder hergestellt. D.h. der weiche, scharfe Stahl wird begradigt und dadurch schärfer. Wichtig: mit dem Ledern sollten Sie es nicht übertreiben, ansonsten wird die Schneide wieder Stumpf. Auch sollten Sie den Streichriemen vorher kontrollieren. Kleine Unebenheiten oder Beschädigungen an diesem greifen auch Ihre Klinge an.

Die Rasur:

Bereiten Sie Ihre Haut auf die Rasur vor. Dazu können Sie diese mit einem heißen leicht feuchten Handtuch aufweichen lassen. Ein Preshave-Öl auf Ihrer Haut gewährt der Klinge später ein besseres Gleiten über der Haut. Hierzu eignen sich übrigens auch Bartöle. Rasierschaum oder Rasiercreme sollten unbedingt mit heißem Wasser aufgetragen werden. Dadurch entspannt sich Ihre Haut und die Barthaare werden weicher. Lassen Sie den Rasierschaum ruhig etwas einwirken, bevor Sie anfangen zu rasieren.

Die Klinge wird mit einem Winkel von 30° zu Ihrer Gesichtshaut geführt. Das Rasiermesser wird zur besseren Handhabung soweit aufgeklappt, dass die Griffschale im rechten Winkel zum Rücken der Klinge steht. Wie Sie das Rasiermesser letztendlich führen obliegt Ihrem Empfinden. Balance und Gefühl sind hier das A und O für eine unblutige Rasur. Wir empfehlen Ihnen hierzu ein Nassrasur-Seminar zu besuchen oder aber in einem persönlichen Gespräch mit Fachpersonal die Haltung zu üben.

Sollte beim Rasieren doch einmal ein Schnitt entstehen, können Sie kleinere Blutungen mit einem Alaunstick oder Alaunstein beruhigen. Dieser wirkt start adstringierend und desinfizierend.

Pflege nach der Rasur:

Nach der Rasur braucht nicht nur Ihre Haut eine Pause. Auch die Klinge des Rasiermessers muss gründlich gereinigt und gepflegt werden. Reinigen Sie vorsichtig mit einem trockenen Handtuch die Klinge. Ihr Rasiermesser braucht nach jeder Rasur 24 stunden Pause und sollte an einem trockenen Ort ruhen. Ein Pflegeöl verhindert zudem, dass das geliebte Messer von Flugrost befallen wird.

Sollte Ihr Messer doch einmal stumpf werden, kann dies geschliffen werden. Hier ist es besser, wenn Sie besonders die hochwertigen Messer lieber zu einem Profi zu geben. Diese können gelegentlich auch Schäden oder Unebenheiten ausgleichen.

Um am Anfang auch Ihre Haut an die Messer Rasur zu gewöhnen empfehlen unsere Barbiere, dass Sie am Anfang nur mit dem Strich Rasieren und Ihrer Haut auch eine Zeit zur Genesung geben.

Das richtige Rasiermesser finden

Für den Start der Nassrasur mit einem Messer empfehlen wir zuerst die Handhabung mit einem Wechselkingenmesser zu üben. Hierzu eignet sich die elegante Shavette von Dovo mit Olivenholz oder aber wenn Sie die hochpreisige Extraklasse haben wollen das „Irving Barber Wechselklingenmesser“. Wenn die Rasur klappt und sich auch Ihre Haut auf die Rasur eingestellt hat können Sie sich das erste Rasiermesser zulegen. Bei richtiger Pflege und Handhabung halten diese in der Regel 1,5 bis 2 Generationen. Bei einem Rasiermesser mit einem Rundkopf haben Sie die geringste Verletzungsgefahr.

Wenn die Nassrasur eine neue Erfahrung für Sie ist, empfehlen wir Ihnen den Einstieg mit einer Shavette. Diese sind in der Beschaffung nicht so teuer und Sie müssen sich erstmal nur mit der Rasur beschäftigen. Sobald Sie die Rasur perfekt beherschen, können Sie auf ein klassisches Messer umsteigen und die Handhabung und Pflege von diesem erlernen.

Als Anfänger-Shavette empfehlen wir die DOVO Starter-Shavette 201 087 oder die schicke DOVO 201 071 mit Olivenholzgriff. Bestellen Sie gleich auch ein Set Klingen dazu. Die Derby Profesyonel eignen sich sehr gut für den Anfang und sind bereits fertig für die Shavetten halbiert.

Sobald Sie bereit sind ist das Dovo Rasiermesser „Forestal“ ein gutes Anfängermesser.

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